Wer Kunden außerhalb des deutschsprachigen Raums ansprechen will, kommt um eine mehrsprachige Website nicht herum. Das ist mehr als "Text übersetzen" – Architektur, URL-Struktur und SEO-Signale müssen stimmen.
URL-Struktur: drei bewährte Optionen
- Verzeichnis-Struktur: example.com/de/, example.com/en/. Vorteile: ein Hosting, eine Domain. Nachteil: schwächeres lokales SEO.
- Subdomains: de.example.com, en.example.com. Vorteile: klare Trennung, separate Hosting-Optionen. Nachteil: SEO-Autorität nicht automatisch geteilt.
- Country-Code-TLD: example.de, example.fr. Vorteile: stärkstes lokales SEO. Nachteil: mehrere Domains, mehrfacher Aufwand.
Empfehlung für KMU: Verzeichnis-Struktur ist meist die richtige Wahl – einfacher zu pflegen, ausreichend für SEO bei klar fokussiertem Markt.
hreflang-Tags richtig setzen
hreflang signalisiert Google, welche Sprachversion für welchen Markt vorgesehen ist. Ohne hreflang konkurrieren die Versionen miteinander um Rankings.
- Pro Sprachversion ein hreflang-Eintrag im <head> (oder im Sitemap).
- Selbstreferenz nicht vergessen (deutsche Seite verweist auch auf sich selbst).
- x-default für die Standard-Version, die als Fallback dient.
- Bei verschiedenen Regionen einer Sprache: hreflang="en-GB" vs. "en-US".
Übersetzungs-Workflow
- Maschinelle Übersetzung als Ausgangsbasis (DeepL ist meist besser als Google Translate).
- Lektorat durch Muttersprachler – wichtig für Vertrauen, SEO und Conversion.
- Lokalisierung: Datumsformate, Währungen, Maße anpassen, kulturelle Bezüge prüfen.
- Eigene Keyword-Recherche pro Sprache – direkte Übersetzung deutscher Keywords ist oft falsch.
- Wartungsplan: Was passiert, wenn deutsche Inhalte aktualisiert werden? Workflow vorab definieren.
Häufige Fehler
- Automatische Browser-Übersetzung als "mehrsprachige Website" verkaufen – Google sieht nur eine Sprache.
- Translate-Plugin (z. B. Google Translate Widget) – schlecht für SEO und oft fehlerhaft.
- Eine Sprache fehlt im hreflang – Google indexiert dann zufällig.
- Inhalte 1:1 übersetzt, ohne Anpassung an Marktbedürfnisse.
- Sprachwechsler nur per Flagge ohne Sprachname – International-User finden Sprachen nicht.
Tools und Plugins
- WPML (WordPress): etablierter Marktführer, bezahlt.
- Polylang (WordPress): Open-Source-Alternative.
- Weglot: SaaS-Lösung mit gutem hreflang-Management.
- i18next (eigenes Frontend): JavaScript-Library für mehrsprachige SPAs.
- Lokalise / Phrase: professionelle Übersetzungs-Verwaltung mit API.