Es gibt selten eine pauschale Antwort, welches System "das beste" ist. Es gibt aber eine ehrliche Antwort auf "welches System passt zu deinem Projekt". Hier die Übersicht.
Cloud-Baukästen (Wix, Squarespace, Jimdo)
Stärken: schneller Start, alles aus einer Hand (Hosting, Domain, Editor, Templates), kein technisches Wissen nötig, sehr gute Mobile-Templates.
Schwächen: Lock-in (raus geht praktisch nicht), monatliche Kosten dauerhaft, SEO-Grenzen bei größeren Projekten, individuelle Funktionen nur eingeschränkt möglich.
Sinnvoll für: Selbstständige, kleine Vereine, Pop-up-Kampagnen, Visitenkarten-Websites mit überschaubarem Wachstumsanspruch.
WordPress mit Theme + Plugins
Stärken: riesige Plugin-Welt, viele Entwickler kennen es, große Theme-Auswahl, kostenlos in der Basis, läuft auf jedem Hoster.
Schwächen: Sicherheits-Updates sind dauerhafte Pflicht, Plugin-Konflikte sind Alltag, Performance hängt stark von der Plugin-Disziplin ab, viele "fertige" Themes sind langsam und überladen.
Sinnvoll für: Inhalts-getriebene Websites mit regelmäßigen Beiträgen, wenn jemand die Wartung übernimmt; Magazine, Blogs, mittelgroße Unternehmenswebsites.
Webflow / Framer (Visual-Code-Hybride)
Stärken: hochwertige Designs ohne Theme-Optik, sauberes HTML im Hintergrund, gute Performance, professioneller CMS-Bereich.
Schwächen: laufende Kosten ähnlich wie Cloud-Baukasten, eingebaute Beschränkungen bei serverseitiger Logik, weniger Entwickler in Deutschland verfügbar.
Sinnvoll für: Designgetriebene Marken, Agenturen, Unternehmen mit hohem ästhetischen Anspruch und überschaubarem Funktionsumfang.
Eigene Entwicklung (z. B. Node.js, Next.js, Astro)
Stärken: volle Kontrolle, beste Performance, beliebige Logik möglich (Konfiguratoren, Berechnungen, Anbindungen), kein Lock-in, sauberes SEO-Fundament, niedrige laufende Kosten (nur Hosting).
Schwächen: höhere Erstinvestition, längere Initialphase, abhängig von Entwicklerverfügbarkeit für größere Erweiterungen.
Sinnvoll für: Unternehmen mit branchenspezifischen Anforderungen, hohen SEO-Ansprüchen, Wunsch nach langfristiger Unabhängigkeit, geplanten Erweiterungen über Standard hinaus.
Wann sich Eigenentwicklung wirklich lohnt
- Eine konkrete Funktion existiert nicht als Plugin (z. B. branchenspezifischer Konfigurator).
- Performance ist geschäftskritisch – schnelle Ladezeiten direkt = bessere Rankings = mehr Anfragen.
- Die Website soll länger als drei Jahre tragen, ohne komplett neu gebaut zu werden.
- Es soll später erweitert werden, ohne in eine Plugin-Sackgasse zu laufen.